Leckere Geschenke, aber …

Süße Geschenke sind wirklich was schönes – und schmecken mir eigentlich immer. Doch in dieser Woche gab es gleich zweimal lieb gemeinte Mitbringsel aus einem italienischem Haus: Schokoladenbonbons und Schokoladeneier mit Spielzeuginhalt. Die Folienverpackung der einzelnen Bonbons und die Plastikbespaßung dieser Eier für die Kinder beeinträchtigt doch langsam das Geschmackserlebnis, denn es tut einem schon weh wieviel Plastikverpackung im Müll landet pro kleiner Schokoladenportion.

Das gehört nicht zu „unschuldigem“ Genießen.

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„Ohne“

Am Samstag war ich mit meiner Familie im „ohne“-Supermarkt einkaufen. Mein Mann hat die beiden Mädchen in Schach gehalten, sonst hätten die sicherlich alle Gläser mal geöffnet und sich durch die Auslage gefuttert. So haben sich die zwei über die leckeren Apfelringe gefreut, die sie von der Dame hinter dem Tresen geschenkt bekamen und saßen mit Papa auch ne Weile an dem Bistrotisch, während ich in Ruhe wiegen und einkaufen konnte. Ich hatte den Korb voller Vorrats- und Marmeladengläser und eine kleine Ausbeute an Nudeln, Müslis und Kürbiskerne mit Nachhause nehmen können.

Mal schauen, wie alltagstauglich es tatsächlich für mich ist, mit dem Rad und Anhänger in die andere Ecke der Stadt zu fahren, immer mit genügend Einmachgläsern im Gepäck. Aber ein tolles Einkaufsgefühl in einem charmanten Laden war es allemal.

Das ist der nette plastikfreie Supermarkt in Schwabing:
OHNE Der verpackungsfreie Supermarkt GmbH
Schellingstraße 42
80799 München
info@ohne-laden.de
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Digital versus Analog

Ich bin ein haptischer Mensch. Und ein Nostalgiker. Ich liebe Filme und lese unheimlich gerne, daher auch mein Studium der Filmwissenschaft und Amerikanistik. Obwohl ich schon als Kind selbst einen Stadtbüchereiausweis hatte und auch eifrig nutzte, so haben mich jeher Wohnungen gänzlich ohne Bücher sehr verwirrt. Wie kann man nur ohne Bücher leben?
Wie sehr liebe ich es doch beim Blick ins Wohnzimmer an einem Buchrücken hängenzubleiben. Und schon habe ich Bilder und Gedanken im Kopf: der Urlaub, in dem ich das Buch gelesen habe, der Meeresgeruch, der Tapasfleck auf der vorletzten Seite und das Zitat, das ich mir dick im Buch markiert habe. Oder einfach am Abend vor der DVD-Klassiker-Sammlung zu stehen und zu überlegen, schaue ich Katherine Hepburn in „The Philadelphia Story“ oder „Bringin up Baby“.

Das hat sich eigentlich nicht geändert, aber dennoch bin ich ein großer Fan der digitalen Inhalte geworden. Meine Streaming-Dienste und die E-Books führen schon dazu, dass sich zuhause auch weniger „stuff“ in den Regalen ansammelt. Warum eine „Peppa Wutz“-DVD kaufen, wenn die Phase doch sicherlich nach zwei Jahren wieder beendet ist? Der Krimi als E-Book ist für mich auch das einfachste Beispiel, da gerade Krimis von mir selten zweimal gelesen werden. Daher ist es nur konsequent von mir, dass ich mir jetzt das Buch „Zero Waste“ als Kindle-Edition für mein tablet bestellt habe. Nun kann ich hier zwar kein schönes Foto von dem Buch auf meinem Nachttisch posten, aber mein grünes Gewissen steht deutlich besser da.

P.S. Anbei ein Bayern1-Vergleich zum Thema „Wie grün ist das E-Book“.

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Spaziergang mit Müllbeutel

Wenn man seinen Müll in München trennt, so gehört es eigentlich zum Alltag, dass man regelmäßig einen kleinen Spaziergang zu den Müllcontainern tätigt. In meinem Fall meist alle drei/vier Tage mal eine Kinderwagenroute vorbei am Müllcorner. Dort findet man neben den drei Flaschencontainern (weiß, braun, grün), auch den Alu- und Plastikcontainer. Manchmal muss man allerdings wieder mit seiner kleinen „Mülltasche“ den Heimweg antreten, da man die Wertstoffinsel überflutet vorfindet. Denn so etwas ist weder für Umwelt noch Anwohner angenehm; wehe, wenn der nächste Windstoß kommt …

Müllsäcke und Kartons stapeln sich vor einem Kunststoffcontainer
Wertstoffinsel überflutet
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Warum kann ich das Projekt jetzt machen?

Voraussetzung für mein Projekt Plastikfasten sind zwei luxuriöse Konditionen, derer ich mir sehr bewusst bin und ich glaube, würde lediglich eine davon zutreffen, so wäre das Projekt extrem erschwert:

 1. Ich habe gerade Zeit. Ich bin in der Elternzeit meiner zweiten Tochter und da wir als Familie festgestellt haben, dass ich nicht wie bei meiner ersten Elternzeit 400 km Pendeln kann – das können wir nun einfach nicht stemmen – bin ich momentan ohne tägliche Arbeit. Meine zweite Tochter, 1 Jahr alt, ist dennoch gerade in die KiTa gekommen, da ich derzeit im Bewerbungsprozess bin und sobald es mit einer Stelle klappt, eine Betreuungslösung parat haben muss. Daher habe ich nun den Vormittag Zeit, mich neben dem Alltag damit auseinanderzusetzen, wo ich Plastik aus dem Weg gehen kann. Zeit einen Einkauf mit eigens mitgebrachten Behälter in ferneren Ecken zu tätigen oder mal die eigenen Küchenkenntnisse zu testen, indem man Frischkäse selbermacht.

 2. Der weitere wichtige Punkt ist: Obwohl ich momentan nichts dazu aktiv beitragen kann, ist es uns dennoch möglich, in Bioläden wie z.B. VollCorner einzukaufen. Dort kann ich meinen Käse an der Frischetheke direkt in die Kühlschrankbox einpacken ohne Verpackung drumherum. Wir sind uns über diesen Luxus sehr bewusst, denn wären wir auf Discounter angewiesen, kämen wir um die eingeschweißten Käsesorten nicht herum.

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Was ist mit dem bisherigen Plastik?

Plastik gibt es viel, wirklich viel bei uns, wie aber auch bei fast jedem anderen Haushalt.

Bei meinem Selbstversuch des Plastikfastens möchte ich vor allem den Vepackungsmüll vermeiden und auch neuen Kunststoffprodukten aus dem Weg gehen. Das heißt ich will zum einen ab jetzt einen neuen Weg gehen und zum anderen mir und meiner direkten Umwelt dadurch auch vermitteln, wie omnipräsent Plastik bei uns ist.

Obwohl es wahrscheinlich nicht ganz der Zero-Waste und No-Plastic-Politik entspricht, entledige ich mich nicht komplett unserem bisherigen Plastikprodukten. Auch wenn ich schon lange viele Vorratsbehälter aus Glas habe oder an anderen Stellen versuche Plastik zu ersetzen, so nutze ich zum Beispiel gerade die alten Brotdosen aus Kunststoff sehr häufig, werde meine Gesichtcreme auch noch weiterhin verwenden bis sie leer ist und auch die Zinkcreme am Wickeltisch mit Plastikdeckel regelmäßig in die Hand nehmen.

Alles sofort komplett zu entsorgen, entspricht nicht meinem Bewusstsein für nachhaltig leben. Daher werde ich Langlebiges aus Plastik – fürs erste – weiterhin in unserem Haushalt beherbergen, d.h. soweit es noch es seinen Zweck erfüllt. Sobald etwas unreparierbar kaputt ist, so werde ich einen Weg suchen, es durch eine plastikfreie Alternative zu ersetzen.
Abgesehen von unseren bisherigem „Besitz“ versuche ich nun also nach den 5 R’s refuse – reduce – reuse (+repair) – recycle – rot zu leben. Mehr darüber hier.

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Die fünf „Zero Waste“-Regeln

Béa Johnson, die „Mutter der Zero-Waste-Bewegung“ sagte folgenden Satz, der mir meine eigenen „müllproduzierenden Taten“ noch einmal stark verdeutlichte:
„Zero Waste really starts outside your home – so whatever you bring in from the outside into your home will become your problem.“

Zero Waste beginnt also schon außerhalb meines Heimes. Es geht nicht darum, ob etwas einfach schon in Umlauf gebracht wurde und es dann egal ist, ob ich es annehme. Nein, in dem Moment, in dem ich etwas akzeptiere und mit nachhause bringe, übernehme ich auch die Verantwortung dafür. Und auf einmal, bin ich für ganz schön viel Verpackungsmüll zuständig. Daher ist die wichtigste Regel:

  1. Refuse Refuse Refuse – Man muss lernen abzulehnen. Da das nicht ganz so einfach ist, werde ich mich diesem Thema noch ein anderes Mal länger widmen. Doch nun weiter in der Zero Waste Reihenfolge.

  2. Reduce – reduzieren. Da sind wir wieder bei der Degluttering-Challenge vom Anfang. Je mehr man all das nicht genutzte reduziert, desto besser. Es gibt viele Möglichkeiten in München noch gute, funktionsfähigen Dingen eine neue Heimat zu geben. Ich habe viel über „free your stuff“-Gruppen verschenkt, der Diakonie oder anderen Second-Hand-Anbietern gegeben. Diese Liste an Anlaufstellen werde ich im Lauf der Zeit auch noch erweitern.

  3. Reuse – wieder verwenden und auch reparieren. Einige Mehrwegprodukte verwenden wir bereits, doch wenn ich allein daran denke, wie oft mein Bastler-Opa schon längst kaputt geglaubte Geräte zu einer Funktion erweckt hat. Das neue Design war mitunter zwar gewöhnungsbedürftig, aber Sinn und Zweck waren wieder erfüllt. Da müssen wir als Familie auch wieder hinkommen…

  4. Recycle – also alles, was man nicht ablehnen, reduzieren oder eben wiederverwenden und reparieren konnte, muss logischerweise recycelt werden. Und auch korrekt. Folie kann man letztlich erst ab einer Größe von Din A 4 sinnvoll wiederverwerten (Quelle: pur+-Sendung „Verpackt und zugemüllt! – leider nur eine Woche nach Ausstrahlungsdatum in der ZDFtivi-Mediathek abrufbar).

  5. Rot – kompostieren. Neuerdings haben wir zwar einen Garten, aber noch keinen Komposthaufen und auch keine „Wurmkiste“. Mal schauen, inwieweit ich diesen Punkt tatsächlich in meinem Projekt umsetzen kann.

Das sind sie also, die 5R’s von Béa Johnson. Wie sehr sie das tatsächlich lebt, kann man an diesem Foto erkennen. Das ist der Müll der ganzen Familie. Müll einer vierköpfigen amerikanische Familie, der in ein einziges Einmachglas passt. Beeindruckend!

 

 

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Wer fastet?

Wer fastet eigentlich bei dieser Challenge? In erster Linie, werde ich fasten.
Natürlich machen der Muc-Mann und auch die Muc-Kinder (Pfälzer Mädel und Münchner Kindl) irgendwie auch mit, aber nicht nach absolutem Dogma. Wenn in Extremfall der Muc-Mann zu den Notfall-Feuchttüchern statt zum Waschlappen greift oder das Münchner Kindl ohne Quetschie die 3h-Autofahrt nicht schafft, dann ist das ok.
Es ist ja schließlich auch meine Challenge und ich weiß auch, wir versuchen unser derzeit Bestes. Wenn wir es noch nicht 100% in jedem Bereich umsetzen können, weil es insgesamt zu mehr Stress für die Familie führt, dann hilft es ja schließlich auch niemanden.

Da ich ja dennoch primär für den Familienalltag zuständig bin, kann ich doch in den meisten Fällen meinen „plastikfrei“-Stempel aufdrücken.

 

 

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Das Münchner Müllsystem – klingt lahm, gehört aber bei Plastikfasten ja auch dazu…

Seitdem ich eine Münchner Adresse habe, sind nicht nur mein Mann und ich endlich zusammengezogen, nein, ein paar weitere Mülleimer haben auch Einzug in meine Küche gefunden.

In meiner alten Heimat gab es den „Gelben Sack“. Doch diesen gibt es hier nicht. Auf die Frage: „Wie trennt man eigentlich hier?“ kam nur ein „Äh, gar nicht?!“
Nach jahrelanger Mülltrennung kann das natürlich nicht angehen und daher gibt es nun folgende Müllbereiche in unserer Küche:
Klassisch Restmüll, Bio, Papier (der Hausmüll), dann Glas, Plastik und Alu („Auf zur Müllinsel“) und natürlich Flaschenpfand („Back to where it came from“).

Das alles ist natürlich kein großes Thema. Ich merke nur, dass ein „Gelber Sack“ natürlich das Ganze bisher bei mir etwas vereinfacht hat, denn er sammelt einiges zusammen und wurde zusätzlich zum Hausmüll und den Glasflaschen auch direkt vor der Haustür abgeholt. In München stelle ich fest, dass meine direkte private Umgebung der Einfachheithalber gar nicht erst groß trennt. Dann und wann denke ich auch deshalb darüber nach, da ich meine Kinder dazu erziehen möchte, selbst aufzuräumen und somit auch Dinge selbst wegzuwerfen. Dem dreijährigen Pfälzer Mädl das Thema Mülltrennung beizubringen kommt aber nach Bio, Papier und Rest langsam an seine Grenzen und so finde ich mich regelmäßig bei der Aufgabe „Müll sortieren“ wieder.

Die verschiedenen Müllbehälter allein in der Küche.
Die verschiedenen Müllbehälter allein in der Küche

Auch wenn ich das neue System etwas aufwändiger finde, hat es aber auch etwas sehr Gutes. Dadurch, dass man – wenn man trennt – für die Entsorgung gewissermaßen selbst zuständig ist, wird man sich beim Spaziergang mit dem wöchentlichen Verpackungsmülls in der Jutetasche sehr stark über die Menge dieses Plastikabfalls bewusst.

Hier geht’s zum AWM, Abfallwirtschaftsbetrieb München, falls man wissen will, wo meine nächste Wertstoffinsel ist oder auch, was genau man eigentlich voneinander trennt (der Hausmüll und Verpackungsmüll).

 

 

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Challenge „Plastikfasten“

Eine Freundin von mir startete vor einiger Zeit auf Facebook ihre Degluttering-Challenge, die sie seitdem sogar noch regelmäßig wiederholt. Das ganze basierte auf diesem Artikel „How to throw out 465 possessions in a month“ des Telegraph.co.uk. Das Prinzip ist eigentlich ganz simple. Einen Monat lang wirft man weg, was man eigentlich doch schon lange nicht mehr braucht.

Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Tag eins wählt man eine Sache, Tag zwei natürlich zwei und so weiter. So kommt man nach einem Monat auf erstaunliche 465 unterschiedliche Dinge, die man – statt dass sie weiterhin im Schrank oder Keller vor sich herstauben – verschenkt, freecycled, wegwirft oder spendet. Und so kann die vollgestopfte Wohnung wieder etwas atmen.

Wie komme ich jetzt darauf? Zum einen fand ich die Challenge spannend und passenderweise sind wir im Januar umgezogen, so konnte ich sie im Ansatz auch anwenden.

Gleichzeitig stellt man aber auch fest, wie viel Plastik man tatsächlich gerade dabei wegwirft: hässlicher Kosmetiktaschenspiegel, verklebter Nagellack, angeschmolzene Tubberschüssel, schmieriger Lippenstift, altes Deo, Bewerbungsmapppenhüllen und und und. Erschreckend!

Zum anderen beschäftigt mich das hiesige Mülltrennungssystem, seitdem ich nach München gezogen bin, unaufhörlich (doch dazu ein andern Mal). Was passt nach Jahren des Süßigkeiten-, Fleisch-, Alkohol- oder Medienfastens nun nicht besser als in diesem Jahr 4o Tage Plastikfasten zu wagen!

Ich bin gespannt, wie gut es klappt und was ich umsetzen kann.

Plastikmüll (Febreez-Raumspray, Ü-Eier, Handcreme, Tesarolle, Sammelkarten vom Supermarkt uvm.
Anbei nur ein kleine Sammlung an Plastikmüll, den man zum Beispiel beim „Degluttern“ wegwirft.

 

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