Einkaufen auf dem Markt

Auf dem Rotkreuzplatz findet immer donnerstags der Markt statt. Da mir das Einkaufen auf einem Wochenmarkt schon seit dem Studium große Freude und Genuss bereitet – ich komme aus Mainz, da gibt es das wunderbare Marktfrühstück – man kauft worauf man Lust hat, holt sich Kaffee oder Wein dazu und frühstückt unterm Schatten des Doms … hach Mainz. Aber ich schweife ab. Also Einkaufen auf dem Markt ist nichts Neues, doch seitdem ich mich dem Thema „Plastikfasten“ verschrieben habe, habe ich beim Einkauf dort noch einmal völlig neue Möglichkeiten entdeckt.

Rotkreutzplatz
Rotkreutzplatz
  • Der Weinstand hat Perger-Säfte vom Ammersee. Abgesehen davon, dass sie lecker und bio sind, passt die Strecke genau noch unter die Lieferdistanz für Mehrwegflaschen, die die schwereren Glasflaschen nicht überschreiten sollten.

  • Südkäse Moser war für mich insofern tatsächlich eine neue Entdeckung, da meine Kinder Frischkäse lieben. Da plastikverpackt wurde er aber erstmal von unserer Einkaufsliste gestrichen und auch wenn ich es mir immer wieder vorgenommen habe, kam ich nicht dazu den Frischkäse mal selberzumachen. Doch dort kann ich tatsächlich mit meinem eigenen Glas oder Schälchen ankommen und ich bekomme eine bestimmte Menge abgefüllt. Zumal kaufe ich dort jetzt auch meine Butter in entsprchender Großmenge, 1,5 Pfund bis auch mal zu einem Kilo – einfrieren kann man Butter schließlich immer wieder. Preislich entspricht die Butter etwa der Andechser Bio Almbutter. Da ich auch so schon in kleineren Mengen häufiger Mal Butter daheim gemacht habe, werde ich demnächst mal ausprobieren, wie sich das preislich äußert den Dauerbedarf an Butter mit selbstgemachter Butter aus Sahne oder Milch zu machen.

  • Beim Stand von Adleff Eier kann man sich seine Eier in mitgebrachten Eierpackungen abpacken lassen.

  • Bei den Peter & Paul Fischmännern kann man sich den Fisch direkt nach dem Wiegen in seine eigenen Dose legen lassen und das habe ich gerade bei Fisch sonst noch nirgends erlebt.

  • Beim Fleischstand des Naturlandhofs Brandl gibt’s die Wurst auch in die eigens mitgebrachten Behälter. Lediglich das Fleisch ist meist schon verschweißt eingepackt.

  • Bei den Bio-Gemüseständen ist das Obst und Gemüse selbstredend lose, lediglich Beeren wie Himbeeren oder Heidelbeeren habe ich bisher noch nirgends auf einem Marktstand als lose Ware entdeckt.

Ich freue mich jetzt schon wieder auf das Einkaufs- und Genusserlebnis am Donnerstag.

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Fastenzeit vorbei: Fazit!

Milchkaffe und die ersten Erdbeeren des Jahres
Milchkaffe und die ersten Erdbeeren des Jahres

Mittlerweile wurde der April schon vom Mai abgelöst und die Fastenzeit ist längst vorbei. Nun sitze ich hier mit meinem Milchkaffee und den allerersten Erdbeeren des Jahres für mich und ziehe ein Resümé. Was war schwierig, was war leicht?

  • Ging gut:

    1. Umsteigen von Duschgel und Shampoo auf Seife

    2. Einkäufe langfristiger planen, um den Großeinkauf auf dem Wochenmarkt plastik- und verpackungsfrei zu gestalten

    3. Großpackungen kaufen

    4. mit eigenen Behältern einkaufen gehen

    5. Verzicht – um mancher Verpackung aus dem Weg zu gehen, wurden besimmte Sachen nicht, seltener oder bewusster gekauft.

  • Gewöhnungsbedürftig, aber durchaus umsetzbar:

    1. von Tampons auf die Mensturationscup umzusteigen

    2. im Drogeriemarkt stehen und alle Verpackungen in Ruhe entsorgen, um z.B. die Toilettenpapierrollen und vieles mehr lose in den Rucksack zu stopfen. Da wird man mitunter schonmal komisch angeguckt und ist froh, wenn die Kinder noch fünf Minuten länger Ruhe bewahren können.

  • Gar nicht mal so einfach:

    1. Lernen nein zu sagen und kleine Geschenke nicht anzunehmen. Und damit meine ich, wenn letztens an der Biosupermarktkasse wieder ein Pröbchen für die gute Dr. Hauschka Creme ausliegt. Nichts gegen das Produkt, das mag ich, aber das kleine Cremetütchen – da wird der Abfall wieder zu meinem Problem. Oder der Joghurt, den meine Kinder netterweise vom Käsestand auf dem Markt geschenkt bekommen …

    2. Insgesamt bedeutet die Umstellung mehr Planung und Organisation im Vorfeld. Nicht unbedingt schwierig, aber Spontanität bleibt da langfristig auf der Strecke. Wenn man zum Beispiel am Samstagnachmittag kurzfristig ein Date zum Grillen ausmacht. Da hat der Metzger schon zu und es würde nur noch der Supermarkt mit der verpackten Fleischware übrig bleiben …

    3. Die Erkältungszeit – Ohrentropfen und Nasenspray für die Kinder gibt es halt nur in Plastikhülle. Und das Wochenende auswärts war ohne Wegwerftaschentücher nicht zu schaffen, denn ohne Waschmaschine wären wir mit den Stofftaschentüchern nicht zurande gekommen.

    4. Ostern war eine Herausforderung. Schokoeier ohne Verpackung findet man nämlich recht selten.

  • Bisher definitiv nicht zu schaffen:

    1. Manche Zero-Waste-Blogger schreiben davon, dass man ja auch einfach dank Waschlappen und Wasser auf Toilettenpapier komplett verzichten kann. Abgesehen von den Wickelkindern, bekomme ich das bei meiner Familie (und unseren Gästen) bisher sicherlich noch nicht hin.

    2. Eine für uns passende Alternative zur Zahnpasta – da sind wir derzeit noch auf der Suche.

Fazit

Das mal als kurze Zusammenfassung – zu den einzelnen Punkten werde ich sicherlich noch mehr schreiben. Denn soviel steht ja schon für mich fest: Ich werde weiterhin versuchen mit meiner Familie Stück für Stück nachhaltiger zu leben. In vielen Bereichen kann ich plastikfrei noch nicht komplett umsetzen. Doch je mehr ich mich informiere und so bewusster ich mich der Aufgabe stelle, um so besser klappt es. Insofern ist dies wohl eher ein Zwischenfazit.

 

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Way to go!

Sehr gutes Zeichen:

Die Deutsche Bahn brüht künftig nicht nur fairen Kaffee in ihrem Bordrestaurant, sondern sie bietet auch an, dass man seinen Kaffee im eigenen Becher genießen kann.

Für jeden mitgebrachten Mehrwegbecher gibt es 20 Cent Preisnachlass auf Kaffee, Tee oder heiße Schokolade. Die Bohnen für den DB-Filterkaffee sowie Café Crème und Espresso stammen ausschließlich aus nachhaltigem Anbau; Fairtrade aus dem Hause Dallmayr. Auch die Trinkschokolade und der Eilles-Tee sind nun bio. Gute Sache.

Das freut mich gerade für längere Fahrten. Bisher konnte ich meinen schönen Putumayo-Becher aus Bambus zwar am Startbahnhof füllen lassen, aber innerhalb circa vier Stunden Zugfahrt in die Heimat gab es eigentlich keinen Refill. Schön, dass das jetzt möglich ist.

 

Pressebild zum Thema Mehrweg bei der Deutschen Bahn; Deutsche Bahn AG / Pablo Castganola
Deutsche Bahn AG / Pablo Castganola

Quelle: http://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/13710918/p20170403.html

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„Ohne“

Am Samstag war ich mit meiner Familie im „ohne“-Supermarkt einkaufen. Mein Mann hat die beiden Mädchen in Schach gehalten, sonst hätten die sicherlich alle Gläser mal geöffnet und sich durch die Auslage gefuttert. So haben sich die zwei über die leckeren Apfelringe gefreut, die sie von der Dame hinter dem Tresen geschenkt bekamen und saßen mit Papa auch ne Weile an dem Bistrotisch, während ich in Ruhe wiegen und einkaufen konnte. Ich hatte den Korb voller Vorrats- und Marmeladengläser und eine kleine Ausbeute an Nudeln, Müslis und Kürbiskerne mit Nachhause nehmen können.

Mal schauen, wie alltagstauglich es tatsächlich für mich ist, mit dem Rad und Anhänger in die andere Ecke der Stadt zu fahren, immer mit genügend Einmachgläsern im Gepäck. Aber ein tolles Einkaufsgefühl in einem charmanten Laden war es allemal.

Das ist der nette plastikfreie Supermarkt in Schwabing:
OHNE Der verpackungsfreie Supermarkt GmbH
Schellingstraße 42
80799 München
info@ohne-laden.de
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Die fünf „Zero Waste“-Regeln

Béa Johnson, die „Mutter der Zero-Waste-Bewegung“ sagte folgenden Satz, der mir meine eigenen „müllproduzierenden Taten“ noch einmal stark verdeutlichte:
„Zero Waste really starts outside your home – so whatever you bring in from the outside into your home will become your problem.“

Zero Waste beginnt also schon außerhalb meines Heimes. Es geht nicht darum, ob etwas einfach schon in Umlauf gebracht wurde und es dann egal ist, ob ich es annehme. Nein, in dem Moment, in dem ich etwas akzeptiere und mit nachhause bringe, übernehme ich auch die Verantwortung dafür. Und auf einmal, bin ich für ganz schön viel Verpackungsmüll zuständig. Daher ist die wichtigste Regel:

  1. Refuse Refuse Refuse – Man muss lernen abzulehnen. Da das nicht ganz so einfach ist, werde ich mich diesem Thema noch ein anderes Mal länger widmen. Doch nun weiter in der Zero Waste Reihenfolge.

  2. Reduce – reduzieren. Da sind wir wieder bei der Degluttering-Challenge vom Anfang. Je mehr man all das nicht genutzte reduziert, desto besser. Es gibt viele Möglichkeiten in München noch gute, funktionsfähigen Dingen eine neue Heimat zu geben. Ich habe viel über „free your stuff“-Gruppen verschenkt, der Diakonie oder anderen Second-Hand-Anbietern gegeben. Diese Liste an Anlaufstellen werde ich im Lauf der Zeit auch noch erweitern.

  3. Reuse – wieder verwenden und auch reparieren. Einige Mehrwegprodukte verwenden wir bereits, doch wenn ich allein daran denke, wie oft mein Bastler-Opa schon längst kaputt geglaubte Geräte zu einer Funktion erweckt hat. Das neue Design war mitunter zwar gewöhnungsbedürftig, aber Sinn und Zweck waren wieder erfüllt. Da müssen wir als Familie auch wieder hinkommen…

  4. Recycle – also alles, was man nicht ablehnen, reduzieren oder eben wiederverwenden und reparieren konnte, muss logischerweise recycelt werden. Und auch korrekt. Folie kann man letztlich erst ab einer Größe von Din A 4 sinnvoll wiederverwerten (Quelle: pur+-Sendung „Verpackt und zugemüllt! – leider nur eine Woche nach Ausstrahlungsdatum in der ZDFtivi-Mediathek abrufbar).

  5. Rot – kompostieren. Neuerdings haben wir zwar einen Garten, aber noch keinen Komposthaufen und auch keine „Wurmkiste“. Mal schauen, inwieweit ich diesen Punkt tatsächlich in meinem Projekt umsetzen kann.

Das sind sie also, die 5R’s von Béa Johnson. Wie sehr sie das tatsächlich lebt, kann man an diesem Foto erkennen. Das ist der Müll der ganzen Familie. Müll einer vierköpfigen amerikanische Familie, der in ein einziges Einmachglas passt. Beeindruckend!

 

 

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