Fastenzeit vorbei: Fazit!

Milchkaffe und die ersten Erdbeeren des Jahres
Milchkaffe und die ersten Erdbeeren des Jahres

Mittlerweile wurde der April schon vom Mai abgelöst und die Fastenzeit ist längst vorbei. Nun sitze ich hier mit meinem Milchkaffee und den allerersten Erdbeeren des Jahres für mich und ziehe ein Resümé. Was war schwierig, was war leicht?

  • Ging gut:

    1. Umsteigen von Duschgel und Shampoo auf Seife

    2. Einkäufe langfristiger planen, um den Großeinkauf auf dem Wochenmarkt plastik- und verpackungsfrei zu gestalten

    3. Großpackungen kaufen

    4. mit eigenen Behältern einkaufen gehen

    5. Verzicht – um mancher Verpackung aus dem Weg zu gehen, wurden besimmte Sachen nicht, seltener oder bewusster gekauft.

  • Gewöhnungsbedürftig, aber durchaus umsetzbar:

    1. von Tampons auf die Mensturationscup umzusteigen

    2. im Drogeriemarkt stehen und alle Verpackungen in Ruhe entsorgen, um z.B. die Toilettenpapierrollen und vieles mehr lose in den Rucksack zu stopfen. Da wird man mitunter schonmal komisch angeguckt und ist froh, wenn die Kinder noch fünf Minuten länger Ruhe bewahren können.

  • Gar nicht mal so einfach:

    1. Lernen nein zu sagen und kleine Geschenke nicht anzunehmen. Und damit meine ich, wenn letztens an der Biosupermarktkasse wieder ein Pröbchen für die gute Dr. Hauschka Creme ausliegt. Nichts gegen das Produkt, das mag ich, aber das kleine Cremetütchen – da wird der Abfall wieder zu meinem Problem. Oder der Joghurt, den meine Kinder netterweise vom Käsestand auf dem Markt geschenkt bekommen …

    2. Insgesamt bedeutet die Umstellung mehr Planung und Organisation im Vorfeld. Nicht unbedingt schwierig, aber Spontanität bleibt da langfristig auf der Strecke. Wenn man zum Beispiel am Samstagnachmittag kurzfristig ein Date zum Grillen ausmacht. Da hat der Metzger schon zu und es würde nur noch der Supermarkt mit der verpackten Fleischware übrig bleiben …

    3. Die Erkältungszeit – Ohrentropfen und Nasenspray für die Kinder gibt es halt nur in Plastikhülle. Und das Wochenende auswärts war ohne Wegwerftaschentücher nicht zu schaffen, denn ohne Waschmaschine wären wir mit den Stofftaschentüchern nicht zurande gekommen.

    4. Ostern war eine Herausforderung. Schokoeier ohne Verpackung findet man nämlich recht selten.

  • Bisher definitiv nicht zu schaffen:

    1. Manche Zero-Waste-Blogger schreiben davon, dass man ja auch einfach dank Waschlappen und Wasser auf Toilettenpapier komplett verzichten kann. Abgesehen von den Wickelkindern, bekomme ich das bei meiner Familie (und unseren Gästen) bisher sicherlich noch nicht hin.

    2. Eine für uns passende Alternative zur Zahnpasta – da sind wir derzeit noch auf der Suche.

Fazit

Das mal als kurze Zusammenfassung – zu den einzelnen Punkten werde ich sicherlich noch mehr schreiben. Denn soviel steht ja schon für mich fest: Ich werde weiterhin versuchen mit meiner Familie Stück für Stück nachhaltiger zu leben. In vielen Bereichen kann ich plastikfrei noch nicht komplett umsetzen. Doch je mehr ich mich informiere und so bewusster ich mich der Aufgabe stelle, um so besser klappt es. Insofern ist dies wohl eher ein Zwischenfazit.

 

Weiterlesen

Digital versus Analog

Ich bin ein haptischer Mensch. Und ein Nostalgiker. Ich liebe Filme und lese unheimlich gerne, daher auch mein Studium der Filmwissenschaft und Amerikanistik. Obwohl ich schon als Kind selbst einen Stadtbüchereiausweis hatte und auch eifrig nutzte, so haben mich jeher Wohnungen gänzlich ohne Bücher sehr verwirrt. Wie kann man nur ohne Bücher leben?
Wie sehr liebe ich es doch beim Blick ins Wohnzimmer an einem Buchrücken hängenzubleiben. Und schon habe ich Bilder und Gedanken im Kopf: der Urlaub, in dem ich das Buch gelesen habe, der Meeresgeruch, der Tapasfleck auf der vorletzten Seite und das Zitat, das ich mir dick im Buch markiert habe. Oder einfach am Abend vor der DVD-Klassiker-Sammlung zu stehen und zu überlegen, schaue ich Katherine Hepburn in „The Philadelphia Story“ oder „Bringin up Baby“.

Das hat sich eigentlich nicht geändert, aber dennoch bin ich ein großer Fan der digitalen Inhalte geworden. Meine Streaming-Dienste und die E-Books führen schon dazu, dass sich zuhause auch weniger „stuff“ in den Regalen ansammelt. Warum eine „Peppa Wutz“-DVD kaufen, wenn die Phase doch sicherlich nach zwei Jahren wieder beendet ist? Der Krimi als E-Book ist für mich auch das einfachste Beispiel, da gerade Krimis von mir selten zweimal gelesen werden. Daher ist es nur konsequent von mir, dass ich mir jetzt das Buch „Zero Waste“ als Kindle-Edition für mein tablet bestellt habe. Nun kann ich hier zwar kein schönes Foto von dem Buch auf meinem Nachttisch posten, aber mein grünes Gewissen steht deutlich besser da.

P.S. Anbei ein Bayern1-Vergleich zum Thema „Wie grün ist das E-Book“.

Weiterlesen

Was ist mit dem bisherigen Plastik?

Plastik gibt es viel, wirklich viel bei uns, wie aber auch bei fast jedem anderen Haushalt.

Bei meinem Selbstversuch des Plastikfastens möchte ich vor allem den Vepackungsmüll vermeiden und auch neuen Kunststoffprodukten aus dem Weg gehen. Das heißt ich will zum einen ab jetzt einen neuen Weg gehen und zum anderen mir und meiner direkten Umwelt dadurch auch vermitteln, wie omnipräsent Plastik bei uns ist.

Obwohl es wahrscheinlich nicht ganz der Zero-Waste und No-Plastic-Politik entspricht, entledige ich mich nicht komplett unserem bisherigen Plastikprodukten. Auch wenn ich schon lange viele Vorratsbehälter aus Glas habe oder an anderen Stellen versuche Plastik zu ersetzen, so nutze ich zum Beispiel gerade die alten Brotdosen aus Kunststoff sehr häufig, werde meine Gesichtcreme auch noch weiterhin verwenden bis sie leer ist und auch die Zinkcreme am Wickeltisch mit Plastikdeckel regelmäßig in die Hand nehmen.

Alles sofort komplett zu entsorgen, entspricht nicht meinem Bewusstsein für nachhaltig leben. Daher werde ich Langlebiges aus Plastik – fürs erste – weiterhin in unserem Haushalt beherbergen, d.h. soweit es noch es seinen Zweck erfüllt. Sobald etwas unreparierbar kaputt ist, so werde ich einen Weg suchen, es durch eine plastikfreie Alternative zu ersetzen.
Abgesehen von unseren bisherigem „Besitz“ versuche ich nun also nach den 5 R’s refuse – reduce – reuse (+repair) – recycle – rot zu leben. Mehr darüber hier.

Weiterlesen